Immobilienverband IVD Mitte

So läuft der Wohnungsauszug reibungslos

So läuft der Wohnungsauszug reibungslos

Worauf muss ein Mieter beim Auszug aus der Wohnung achten? Welche Forderungen darf der Vermieter stellen, was ist überzogen oder gar unzulässig? Der Immobilienverband Deutschland, IVD Mitte, klärt Fragen rund um Nachmietersuche, Renovierung und Kautionsrückzahlung.

Eine weit verbreitete Legende besagt, dass ein Mieter nur drei potentielle Nachmieter stellen müsse, um vorzeitig aus einem Mietvertrag aussteigen zu können. Diese Annahme entbehrt allerdings jeglicher Substanz – ein Mieter hat grundsätzlich keinerlei Anspruch darauf, vor Ablauf der Kündigungsfrist (in der Regel drei Monate) aus seinem bestehenden Mietvertrag entlassen zu werden. Ausnahmen können eine eher selten in Verträgen zu findende Nachmieterklausel oder aber ein nachgewiesener Härtefall sein. Letzterer kann z. B. dann vorliegen, wenn der Mieter in ein Pflegeheim umziehen muss, bei beruflich bedingtem Ortswechsel oder bei Nachwuchs.

Beim Auszug aus einer Mietwohnung muss diese in einem dem Mietvertrag entsprechenden Zustand übergeben werden. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Endrenovierung Pflicht ist. Häufig stellt der Vermieter im Vertrag einen so genannten Fristenplan für Schönheitsreparaturen auf. Solche Regelungen sind allerdings nicht immer zulässig. So werden starre Vorgaben für Renovierungszeiträume regelmäßig von deutschen Gerichten bemängelt. Darüber hinaus hat der Bundesgerichtshof auch die sogenannte Quotenabgeltungsregelung gekippt. Zweck solcher Regelungen war es, den Mieter beim Auszug anteilsmäßig an den Renovierungskosten zu beteiligen.

Allgemein fallen unter den Begriff „Schönheitsreparaturen“ nur Arbeiten, die mit Pinsel, Farbe, Kleister und Tapete fachgerecht erledigt werden können.  Klempner- oder Glaserarbeiten gehören nicht dazu. Allerdings müssen Mieter alle ihre in die Wohnung verbrachten Dinge entfernen. Dazu zählen ggfs. auch Bodenbeläge, die sie verlegt haben oder die Einbauküche, wenn diese ihnen gehört. Ein von beiden Seiten zu unterzeichnendes Auszugsprotokoll, in dem der Zustand der Räume festgehalten wird, ist sinnvoll und hilfreich.

Ist das Mietverhältnis beendet und der Mieter ausgezogen, muss der Vermieter die gestellte Kaution zuzüglich Zinsen zurückzahlen. Teile der Kaution dürfen allerdings zurückbehalten werden, wenn noch Mietzahlungen offen sind oder als Ersatz für Schäden. Auch für eine später noch zu erwartende Betriebskostenabrechnung darf ein angemessener Geldbetrag einbehalten werden. Der Vermieter ist nicht zu einer sofortigen Zwischenabrechnung zum Auszugsdatum verpflichtet.

 

Abdruck honorarfrei bei Nennung der Quelle: IVD-Mitte e.V.

Frankfurt am Main, 22.03.2018

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