Immobilienverband IVD Mitte

Kehrtwende auf dem Wohnungsmarkt nicht in Sicht!

Während die Kaufpreise für Häuser in den Mittel- und Großstädten zum Teil stark gestiegen sind werden in ländlichen Gebieten keine Preiserhöhungen verzeichnet. Hierbei ist das Problem, dass immer mehr Menschen in der Stadt wohnen möchten. Die Vermarktung im ländlichen Bereich wird zunehmend schwieriger. Man kann teils sogar von Preisverfall sprechen, sofern keine ausreichende Infrastruktur wie z.B. Bahnlinien oder Schulen vorhanden sind. Auch die tägliche Versorgung wird dort immer schwieriger, "Tante Emma-Läden" gibt es kaum noch und Supermarktketten ziehen sich zurück. Gefragt sind auf jeden Fall Lagen in unmittelbarer Nähe von Bahnlinien und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die neue Wohnimmobilienkreditlinie erweist sich als ein weiteres Problem für den Markt - sie hindert junge Familien am Erwerb einer Immobilie.

Das Gerücht einer aufkommenden Immobilienblase hält sich zwar hartnäckig - konkrete Hinweise gibt es für Hessen jedoch nicht.

In den vergangenen Jahren wurden eine ganze Reihe von Wohnungen in Frankfurt gebaut. Zur Entlastung des Wohnungsmarktes tragen sie jedoch nur begrenzt bei, da sie nicht in ausreichender Zahl errichtet wurden, um nachhaltig den Markt zu entlasten.

Die Mietpreise sind in einfachen bzw. günstigen Lagen zwar geringfügig gestiegen, jedoch gibt es keine kräftigen Steigerungen wie oftmals behauptet wird. In guten und sehr guten Lagen sind die Mietpreise stagnierend. Der Grund hierfür ist darin zu sehen, dass aufgrund der derzeit niedrigen Zinsen eher eine Immobilie gekauft wird als in guter Lage zu hohen Preisen zu mieten. Das führt dazu, dass im sehr guten Segment die Preise stabil sind, während sich dieser Umstand gleichzeitig aufgrund der hohen Nachfrage erhöhend auf die Kaufpreise ausgewirkt hat.

Um den steigenden Mietpreisen in den Städten zu begegnen, akzeptieren die Mieter lieber geringere Wohnflächen. Das kulturelle Angebot und die breit gefächerte Infrastruktur haben an Bedeutung deutlich zugenommen.

Laut Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vom 15.03.2017 belegt Frankfurt nach München Platz 2 im Ranking der teuersten Großstädte in Deutschland.

Im Rhein-Main-Gebiet ist auf Grund der Nachfrage auch im Jahr 2017 von steigenden Preisen für Miet- und Kaufobjekte auszugehen.

So ist schon jetzt absehbar, dass das Wohnungsangebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten kann, das heißt nicht genug gebaut wird. Besonders betroffen von dem knappen Angebot an Wohnraum sind vor allem sog. Single-Haushalte, also Alleinstehende (mit Kind), Rentner und Studenten.

 

Zu den Immobilienpreisen in Hessen im Einzelnen:

Die Grundstückspreise liegen für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in Frankfurt in guter Wohnlage bei 750 (630/Vorjahr) Euro pro m², in sehr guter Wohnlage bei 1.100 (850/Vorjahr) Euro pro m². Sehr gute Lage im Frankfurter Umland 600 €/m², Vordertaunus 1.100 €/m², Wiesbaden 1.200 €/m².

Für ein freistehendes Eigenheim inkl. Garage mit gutem Wohnwert müssen Käufer in Frankfurt durchschnittlich 850.000 (700.000/Vorjahr) Euro zahlen, der durchschnittliche Kaufpreis für sehr guten Wohnwert liegt sogar bei 1,3 Mio. (1,1 Mio./Vorjahr) Euro. Zum Vergleich: Frankfurt-Umland guter Wohnwert 470.000 €, sehr guter Wohnwert 600.000 €.

Reihenhäuser mit gutem Wohnwert sind in Frankfurt für nunmehr durchschnittlich 470.000 (400.000/Vorjahr) Euro zu erwerben. Deutlich günstiger geht es noch im Frankfurter Umland. Hier kann man ein Reihenmittelhaus in guter Lage für durchschnittlich 400.000 Euro erwerben (350.000/Vorjahr).

Bei Eigentumswohnungen (Bestand) in Frankfurt muss der Käufer pro m² 3.800 (3.500/Vorjahr) Euro in guter Wohnlage, in sehr guter Wohnlage 5.900 (5.500/Vorjahr) Euro pro m² im Schnitt zahlen, für eine Eigentumswohnung (Neubau) in Frankfurt liegt der durchschnittliche Kaufpreis pro m² bei 4.500 Euro in guter Wohnlage, für sehr guten Wohnwert muss der Käufer im Durchschnitt 5.500 Euro pro m² im Schnitt zahlen, Objekte in Toplagen schlagen sich sogar mit bis zu 8.500 Euro pro m² nieder (8.000/Vorjahr).

Die Wohnungsmieten in Frankfurt liegen im mittleren Wohnwert bei 10,00 (10,00/Vorjahr) Euro/m², bei gutem Wohnwert 13,00 (13,00/Vorjahr) Euro und sind bei sehr gutem Wohnwert auf 14,00 Euro leicht gesunken (15,00/Vorjahr). Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für den Neubau-Erstbezug. Hier sind durchschnittlich 13,00 (13,00/Vorjahr) Euro für guten Wohnwert, für sehr guten Wohnwert 14,00 (15,00/Vorjahr) Euro zu bezahlen, für TOP-Lagen muss der Erstbezieher im Durchschnitt 18,00 Euro/m² ausgeben.

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