Immobilienverband IVD Mitte

Markt

Wohin gehen die Immobilienpreise in Hessen?

Überall wird von Preissteigerungen im Immobiliensegment gesprochen. Dies ist jedoch eine zu allgemeine Aussage, die es näher zu erläutern gilt.

Tatsächlich können Preissteigerungen in Hessen sowohl bei Kauf als auch bei Vermietungen festgestellt werden. Besonders in den Ballungsgebieten ist ein starker Nachfrageüberhang erkennbar. Nachgefragt sind Städte wie Frankfurt, aber auch Kassel und Universitätsstädte wie Marburg und Gießen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Dementgegen sind zwar die Immobilienpreise im ländlichen Raum stabil geblieben, jedoch wird es durchaus schwieriger, Immobilien in diesen Regionen überhaupt zu vermitteln. Es ist mit erheblich verlängerten Vermarktungszeiten zu rechnen.

Früher stiegen die Preise mit einem gewissen zeitlichen Versatz im Umland, wenn zuvor die Preise in den Ballungsgebieten angezogen waren. Das ist heute so nicht mehr feststellbar.

„Den Menschen kommt es mehr und mehr darauf an, nah am Arbeitsplatz in der Stadt zu wohnen“, sagt Stephan Schlocker, Pressesprecher und Vorstandsmitglied des IVD Mitte. „Während an S-/U-Bahnlinien mit direkter Anbindung nach Frankfurt steigende Preise zu verzeichnen sind, können schon wenige Kilometer davon entfernt die Preise deutlich niedriger sein“, so Schlocker. Außerdem kommt es auf infrastrukturelle Einrichtungen an. Das „Taxi Mama“ ist mittlerweile aufgrund der steigenden Kfz-Kosten für weite Wege viel zu teuer geworden.

Die sog. Mietpreisbremse wird das Problem des bezahlbaren Wohnraums in Städten dabei nicht lösen können. Dieses Instrument soll für den Mieter günstig sein und ihn vor überdimensional steigenden Mieten schützen. Diese Argumentation mag bei erster flüchtiger Betrachtung zutreffen. Bei genauer Betrachtung muss man jedoch zu dem Ergebnis kommen, dass hierdurch kein einziger Quadratmeter Wohnraum mehr geschaffen wird – im Gegenteil, es verprellt die momentanen Eigentümer, die sich u. U. von Ihrer Immobilie auch lösen könnten. Das beste Beispiel hierfür ist die schon vor vielen Jahren verfehlte Wohnungspolitik in Form der Mietrechtsreform und auch die Rechtsprechung zu Schönheitsreparaturen. Viele Mieter haben sich aufgrund der Änderungen gefreut, bei Auszug aufgrund unwirksamer Klauseln nicht mehr renovieren zu müssen.

Schon vor einigen Jahren wurde durch den IVD Mitte davor gewarnt, dass die damit verbundenen Kosten letztendlich doch auf den Mieter umgelegt werden. Ebenso wurde gewarnt, dass aufgrund der Mietrechtsreform Investoren abgeschreckt werden, was zur Folge hat, dass weniger Wohnungen gebaut werden und sich dies auf die Mietpreise zusätzlich negativ auswirkt. Genau diese Situation ist doch heute zu beklagen.

Insoweit ist nochmals darauf hinzuweisen, dass solche Mittel der Politik ebenso wenig wie die nun schon wieder überlegte weitere Anhebung der Grunderwerbsteuer bei Kaufimmobilien dazu geeignet sind, den Markt zu regulieren.

Zu den Immobilienpreisen in Hessen im Einzelnen:

So liegen beispielsweise die Grundstückspreise für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in Frankfurt in guter Wohnlage bei 540 Euro pro m², in sehr guter Wohnlage bei 710 Euro pro m².

Für ein freistehendes Eigenheim mit gutem Wohnwert müssen Käufer in Frankfurt durchschnittlich 630.000 Euro zahlen, wohingegen für sehr guten Wohnwert der durchschnittliche Kaufpreis bei 960.000 Euro liegt.

Reihenhäuser mit gutem Wohnwert sind in Frankfurt für durchschnittlich 370.000 Euro zu erwerben. Deutlich günstiger, obwohl mit steigender Tendenz, geht es noch im Frankfurter Umland. Hier kann man ein Reihenmittelhaus in guter Lage für durchschnittlich 280.000 Euro erwerben (2013 – 260.000 Euro).

Bei Eigentumswohnungen in Frankfurt muss der Käufer pro m² 2.550 Euro in guter Wohnlage (sehr gute Wohnlage 3.700 Euro) im Schnitt zahlen, für TOP-Lagen zahlt der Käufer im Durchschnitt mittlerweile 5.000 Euro pro m².

Die Wohnungsmieten in Frankfurt liegen im mittleren Wohnwert bei 8,80 Euro, bei gutem Wohnwert 10,50 Euro und bei sehr gutem Wohnwert bei 13,80 Euro. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für den Neubau-Erstbezug. Hier sind durchschnittlich 12,80 Euro für guten Wohnwert, für sehr guten Wohnwert mittlerweile gar 14,00 Euro zu bezahlen, für TOP-Lagen muss der Erstbezieher im Durchschnitt 19,50 Euro ausgeben.